In einer ganzjährigen AG können die Kinder, begleitet von vielen Übungen und Spielen aus der Theater- und Zirkuspädagogik, ihre Fertigkeiten in den verschiedenen Zirkus-Disziplinen erlernen bzw. erweitern. Das Projekt gipfelt in einer Vorstellung vor Publikum, doch darüber hinaus sind die neu erlangten Kenntnisse nützlich für ganz andere Bereiche. Wer sich traut mit den eigenen Fähigkeiten auf eine Bühne zu gehen, hat es bei Referaten viel leichter und kann diese, inspirierend und wesentlich bunter gestalten.
Herangehensweise …

Der moderne Circus hat sich längst von den Tieren in der Manege entfernt. Heute steht die Kreativität und die Besinnung auf die körpereigenen Fähigkeiten im Vordergrund. Jede Disziplin birgt dabei ihre ganz eigenen Schwerpunkte. Die Akrobatik zeichnet sich durch die Notwendigkeit aus, Absprachen zu treffen und sich daran auch zu halten – Verlässlichkeit bei jeder einzelnen Person. Und alle sind wichtig. Ohne kräftige Personen, die unten die akrobatische Figur zusammen halten, gibt es für die mutigen, die bis ganz nach oben klettern, nichts zu präsentieren. Von der behäbigen doch verlässlichen Basis, bis hin zu den vielleicht schüchternen, eher zierlichen Tops, die in schwindelnder Höhe die Arme ausbreiten, braucht es alle Typen von Menschen, damit die Gruppe das gewünschte Ergebnis erreicht.
Bei z.B. Jonglage hingegen, zählt vor allem die Bewegungskreativität und Beständigkeit in der Übung. Ganz besonders hier wird die eigene Wirkung sichtbar. Mit zu viel Kraft, fliegt der Ball unerreichbar davon – es gilt sich selbst zu kennen und die eigenen Fertigkeiten zu schärfen und zu erweitern.
Bewegungskunst …
Die Art und Weise, wie wir uns bewegen, einen Raum einnehmen und die Mitmenschen einladen, diesen gemeinsam zu erleben, hat großen Einfluss auf unsere Wahrnehmung der Umgebung und umgekehrt. Von A nach B zu laufen, skann auf verschiedene Weise geschehen und dadurch unterschiedliche Geschichten erzählen.

Die Bewegungskunst orientiert sich an Übungen aus dem Theater um den Raum mit Erzählungen zu füllen, ohne zu sprechen. Übertragen im Alltag, erweist es sich als hilfreich die eigene Meinung oder Geschichte angemessen zu präsentieren.
Objektmanipulation …

Die Interaktion zwischen Gegenständen und dem eigenen Selbst ist genauso wichtig wie die von Mensch zu Mensch. Bei der Objektmanipulation geht es hauptsächlich darum, Gegenstände neu zu betrachten, neu zu erleben und die gewohnten Handlungsfelder zu verlassen.
Das spontane Spiel, welches im Kindesalter noch so leicht von statten geht, ist im Erwachsenenalter unzugänglicher geworden, da mehr Struktur und Vorhersehbarkeit erwartet wird. Das Unerwartete, improvisierte birgt jedoch mehr Potenzial für Innovation.
Erlebnispädagogik …
Gemeinsam eine Show auf die Bühne zu bringen möchte ebenfalls geübt sein. Die Erlebnispädagogik ist reich an Spielen und Herausforderungen um die eigene Arbeitsweise kennen zu lernen und sich mit anderen Menschen in Einklang zu bringen. Welche Art der Kommunikation ist (überhaupt) notwendig, um sich verständlich auszudrücken? Welche unterschiedlichen Ansichten gibt es bei der Problemlösung? Wie funktioniert es, das Ziel, trotz unterschiedlicher Meinungen zu erreichen?
Circus kombiniert alle schaffenden Künste – hier lösen sich Grenzen auf.

